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Organspenden-Skandale gut aufbereitet

Wichtig ist es bei Skandalen immer, dass sie gut aufbereitet sind. Denn man will zum Beispiel über Probleme mit Organspenden in verständlicher und informativer Form lesen. Nur wenn man gut informiert wird, durchschaut man danach auch zum Beispiel das Gesundheitssystem ganz anders als man es ohne die entsprechenden Informationen wahrscheinlich könnte. Speziell in der Schweiz geht es aktuell um den Umgang mit Organspenden und es wird sehr heiß darüber diskutiert, ob man ausdrücklich einer Entnahme der eigenen Organe zugestimmt haben muss oder ob es auch dem medizinischen Personal möglich ist, eine Einwilligung einfach anzunehmen, wenn eine schriftliche Auskunft dazu leider fehlt.

Denn ein bewusstloser Patient im Koma oder ähnlichen Zuständen könnte dann nicht mehr wiedersprechen – auch wenn das natürlich noch lange nicht heißt, dass er mit der Behandlung als ein williger Organspender einverstanden ist. Organspenden gelten mit Fug und recht als eine wünschenswerte Sache, doch sollte man darauf achten, dass im Rahmen dieser allgemeinen Organspenden Euphorie nicht die Rechte der Patienten außer Acht gelassen werden. Denn wenn ein Patient nicht mehr selbst entscheiden kann und diese Entscheidung auch völlig legitim bisher im leben noch nicht getroffen hat, dann werden üblicher Weise die Angehörigen gefragt. Diese knicken all zu oft – durchaus auch mangelnder Gespräche mit dem Patienten über dieses natürlich wichtige und leider totgeschwiegene Thema – ein vor dem gesellschaftlichen Druck.







Nur so ist es wohl zu erklären, dass nur rund 10 Prozent aller Organspenden vom Spender selbst entschieden werden und dass in krassem Gegensatz dazu nahezu 90 Prozent aller Organspenden durch Verwandte veranlasst werden. Hierbei handelt es sich also um ein ebenso wichtiges wie schwieriges Thema, in dem man gar nicht aufgeklärt und kritisch genug sein kann. Schließlich gehört der Körper eines jeden Menschen immer noch ihm selbst und der Mangel an zu spendenden Organen hebt dieses Grundrecht keineswegs auf.

Wieviel Transparenz braucht ein Land?

Diese Woche war im überwiegenden geprägt von den Nachrichten zur, mittlerweile von den Medien hochstilisierten, “Wulf Affäre”! Der Leser hat in den vergangenen Wochen, Monaten so einiges über den derzeitigen Präsidenten Christian Wulf erfahren. So auch die letzte Aussage die über die überdimensionale Zeitung Bild, der Christian Wulf mit “Krieg” gedroht haben soll.
Nun hat der immer noch Amtsinhaber des Präsidentenstuhls Christian Wulf im letzten Interview in der ARD um mehr Transparenz geworben, gleichzeitig aber auch für Verständnis für seine eigene Situation. Transparenz! Transparenz?

Transparenz für jeden?

Etwas in unserm Lande hat sich verändert. Die Menschen im Lande rufen nach Transparenz. Transparenz wird automatisch gleichgesetzt mit durchsichtig, klar oder erkennbar. Rechnungen sollten Transparent sein! Abläufe sollten Transparent und nachvollziehbar sein. Doch was ist transparenze und wieviel transparenz braucht ein Land eigentlich. Die Frage stellt sich, jetzt wo jeder meint dieses als vergütetes und festgelegtes Recht einfordern zu können. Doch seit wann haben die Menschen das Gefühl das leben in dem wir uns alle befinden und speziell die Politik sei transparent?
Politik und transparenz – das beißt sich doch und das gab es eigentlich auch nie wirklich. Der Bürger, also auch der Wähler hat schon immer nur soviel erfahren, wie er schlucken konnte. Vertrug es nämlich nicht wurden auch Wahlen sehr oft verloren. Oppositionen schreien oft nach Transparenz. Und zwar bei der gegnerischen Partei, wobei die eigene erkennbarkeit, oft nebulöser scheint als woanders.

Wie Transparent muss ein Politiker heutzutage sein?

Wie würden Sie es finden, wenn ihr Nachbar weiß, was sie monatlich verdienen? Oder wie oft sie italiniesch essen gehen? Lässt sich nicht vergleichen? Gut andersrum, wenn der Nachbar weiß wieviel Geld sie eventuell auf ein Konto in der Schweiz transferieren. Ist das die Transparenz die die Bürger Deutschlands meinen?

Ein Politiker ist jemand der im Lande für etwas gewählt wird, für eine Aufgabe. Anständigkeit, herre Ziele, Strebsamkeit – Kurzum “Gutmenschentum” soll sein Dekret sein.
Doch der Gläserne Mensch wird in unserer Demokratie immer wieder abgelehnt. Doch von unserem Präsidenten fordern wir dies und zwar zu hundertprozent.

Nun darf man in diesem reality politkrimi aber die Bildzeitung nicht vergessen. Eine Mediale Marktmacht! Der kleine Bürger, der regelmäßig morgens um 5:30 seine Bild in der Bahn oder im Bus liest wird boulevardstandardmäßig auf Kurs gehalten.
Bild ist in der Lage jemanden ganz nach Oben zu hieven, oder von ganz oben nach unten durchzureichen. Erinnern sich nicht die älteren Semester an die Schlagzeilen “Unser Bum Bum Boris” und Jahre später als die Legende ausgedient hatte, “oh Boris wie konntest du nur” nachdem die Wäschkammmeraffäre bekannt wurde.
Bild weiß womit man Umsatz macht am Kiosk. Auch in Zeiten der Internetseiten.
Wie steht es den mit der Transparenz zu vielen anderen Themen die der Bild vorgeworfen wurden. Die Mediale Marktmacht weiß sich da sehr gut zu erwähren.

Die eigentlich “Kreditaffäre” Christian Wulf ist nun zu einer medialen und umsatzträchtigen Schlacht zwischen Christian Wulf, deutscher Bundespräsident seines Zeichens und der Bildzeitung geworden. Wobei die Kreditaffäre derzeit nicht das Hauptproblem ist, sondern das die Bildzeitung derzeit nicht das (vielleicht nicht ganz zu recht mitgeschnittene) Telefongespräch veröffentlichen darf, was auch wieder enorm Umsatz bringen würde.

Eine Frage noch: Wieviel Transparenz brauchen Sie denn nun?

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