Depressionen – Symptome Depression

Depressionen sind eine ernstzunehmende Krankheit. Wer schon einmal an einer Depression erkrankt war, weiß wie unangehm diese Erkrankung ist.

Ich arbeite schon seit gut 16 Jahren in einer hamburger psychiatrischen Klinik, habe bestimmt schon über eintausend Patienten in der Bezugspflege betreut, die an einer Depression erkrankt waren.
Als erstes möchte ich mal sagen, es gibt nicht „die Depression“, sondern das Erkrankungsgebilde einer Depression ist sehr
verschieden darstellbar. Es gibt sogar verschiedenen Untergruppen. Diese hier darzustellen würde aber alles sprengen, würde Sie auch nur verwirren. Jede Depression wird als massiv empfunden.







Pat geraten meist durch die Anhäufung von verschiedenen Faktoren, die einzeln auftreten oder sogar geballt auftreten können in eine beginnende Depression mit den oben genannten Symptomen der Depression. Es ist oft der berühmte letzte Tropfen der das Faß zum Überlaufen bringt. Beispiele sind: Starke überforderung am Arbeitsblatz, Mobbing, Beziehungsprobleme oder Trennungskonflikte, Tod einer nahestenden Person, Starke soziale Isolation – Einsamkeit, Schwere Entscheidungskonflikte, Burn out Syndrom.

Symptome der Depression

*Antriebsminderung bis zum Antriebsverlust
Schlafstörungen; Einschlaf-und Durchschlafstörungen

*Morgendliches Früherwachen mit beginnenden Grübelschleifen

*Appetitlosigkeit – Appetitverlust – Gewichtsverlust

*Starke Freudlosigkeit, Gefühl der Sinnentleerung

*Morgentief – ausgeprägte Morgenschwere

*Aufhellung gegen späten Nachmittag
Grübelleien, Grübelschleifen

*Suizidgedanken unkonkret bis sehr Konkrete Vorstellung

*Ängste – Versagensängste, schuldangst

Die Behandlung einer Depression findet oft oder überwiegend, mit einverständnis der Patienten, Medikamentös statt. Es gibt mittlerweile sehr gute Antidepressiva, die auch viel weniger Nebenwirkungen aufweisen, gut verträglich sind, ohne Problem über einen langen Zeitraum eingenommen werden können. Oft kommen Pat. mit schweren Depression in die Klinik, mit einem gewissen angelesen Halbwissen, und denken das sie tägliche Gespräche mit dem Arzt haben müssen, oder sogar von beginn an eine
Psychotherapie brauchen. Es gibt im klinischen sprachlichen Gebrauch den Ausdruck der „Akuten Depression„. Das bedeutet, das Pat
alle oben genannten Symptome der Depression aufweisen mit sehr ausgeprägten Suizidalen Gedanken, also Selbstmordgedanken.
Hier geht es um eine gute Anamnese zur Aufnahme und der Entscheidung der Medikamentösen Einstellung um die Depression langsam zu reduzieren.

Ich denke es ist wichtig, an dieser Stelle zu sagen, die Wirkung der Medikamente dauert in der Regel gute 21 Tage. Denn die meisten Antidepressiva müssen im Blut einen Blutspiegel aufbauen, damit diese richtig wirken können. Natürlich muss ein Patient nun nicht solange warten damit er eine leichte Besserung erwarten kann. Dafür gibt es verschiedene Medikamente um den akuten Druck, den ein Patient verspürt zu lindern. Eines der Medikamente wäre Lorazepam. Allerdings kann diese Medikament, im Gegensatz zu den Antidepressiva Medikamente, abhängig machen. So nun kommt aber das, was ich hunderten Patienten täglich sage. Ein Medikament, eine Substanz macht immer nur dann abhängig, wenn es ohne Kontrolle eingenommen wird. Im krankenhaus, sorgen aber alle an der Behandlung beteiligten dazu bei, das jedes Medikament unter voller kontrolle gegeben und eingenommen wird. Dann wird man auch nicht Abhängig.

Machen Antidepressiva abhängig?
Nein! Antidepressiva machen nicht Abhängig. Man kann sie sogar von einem Tag auf den anderen ohne weiteres absetzen! Doch dazu würde ich niemanden der an einer Depression leidet oder gelitten hat, raten!!!
Viele Patiente, die eine schwere Depression durchgemacht haben, wissen wie schlimm dieser Zustand ist. Doch es gibt immer einige die sich nach durchstandener Depression überschätzen, denken sie bräuchten die Antidepressive Medikation nicht mehr, setzen diese kurzer Hand komplett ab, sogar ohne Absprache mit dem weiterbehandelnden niedergelassenen Psychiater. Dann kann es passieren das man in genau dasselbe „depressive Loch“ reinprescht. Sinnvoll ist es solch ein Vorhaben wie das Absetzen der Medikation mit dem Arzt zu besprechen. Dann kann man immer auch das für und wieder abschätzen. Denken sie daran! Antidepressiva machen nicht süchtig, aber nach einer durchgestandenen Depression geht es den Patienten nur durch die Antidepressiva wieder gut oder besser. Machen Sie nie den Fehler den schon tausende Patienten vor Ihnen gemacht haben und dann alles noch einmal durchmachen mussten.

Wie lange sollte man die Antidepressive Medikation einnehmen?
Ich sage immer, das hängt von der schwere der durchgemachten Depression ab. Manche Ärzte und auch Pflegepersonal sagen immer wieder nehmen sie die Medikation ruhig ein Jahr oder zwei Jahre ein. Die Anfangsdosis die man noch im Krankenhaus erhält ist ja nur die Dosis zur Behandlung Ihrer akuten Depression. Später wird der niedergelassene Arzt mit Ihnen gemeinsam die Dosierung Ihrer Antidepressiva so reduzieren, das Sie vor erneuten depressiven Anwandlungen geschützt sind, und trotzdem nicht zuviel nehmen müssen.







Später dann, wenn Sie aus dem „Loch einer akuten Depression“ raus sind, kann man tatsächlich mit einem Facharzt für Psychotherapie eine solche durchführen. Dies muss aber immer mit Ihrer Krankenkasse im vorab besprochen werden. Manche Krankenkassen lehnen leider die psychotherapeutische Behandlung ab. Denn sie ist auch recht teuer, geht teilweise über zwei Jahre. In dieser Zeit setzen sich Patient und Psychotherapeut ein bist zweimal die Woche zusammen und besprechen die jeweilige Lebensituation, was halt zur Erkrankung geführt hat. Es liegt immer auch an einem selbst, wieviel man aus einer solchen Therapieform, für sich rauszieht, mitnimmt.

Denken Sie immer daran. Eine Depression ist behandelbar! Egal wie schwer sie auch erscheint. Als Tipp gebe ich Ihnen mit, schon bei den kleinsten Anzeichen einer gefühlten Symptomatik einer Depression, gehen Sie rechtzeitig zum Arzt. Lassen Sie sich sofort von einem Facharzt in einer Klinik untersuchen. Einen ambulanten Termin bei einem niedergelassen Psychiater bekommt man in gewöhnlich nicht, egal wie schlecht es einem geht. Eine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus, damit Ihnen schnell geholfen werden kann, findet immer in Absprache mit Ihnen statt. Es wird nichts über Ihren Kopf entschieden.

Ich hoffe ich konnte Ihnen ein weniger näher bringen, was eine Depression ist, was die Symptome einer Depression sind, und wie die Depression behandelt wird.

Bleiben Sie lange Gesund!!!